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Igel im Herbst und Winter schützen
Genauso wie andere Wildtiere dehnen auch Igel ihren Lebensbereich zunehmend auf städtische Regionen aus. Doch in der menschlichen Zivilisation drohen ihnen zahlreiche Gefahren. Der Straßenverkehr stellt die größte Bedrohung für die Tiere dar, aber auch mangelnde Unterschlupfmöglichkeiten machen den Winterschläfern das Leben schwer.
Igel lieben naturbelassene Gärten

Gärten sind für die stacheligen Tiere wichtige Lebensräume, denn als Insektenfresser sind Igel ständig auf der Suche nach Regenwürmern, Spinnen, Schnecken und anderen Nahrungsquellen. In naturbelassenen Gärten mit Pflanzen, Hecken, Sträuchern und ungemähtem Rasenn fühlen sie sich wohl.
Auf der Suche nach Nahrung durchstreifen Igel große Gebiete und brauchen daher freien Zugang: Zäune und Mauern sollten Öffnungen zum Durchschlüpfen haben Wer nicht auf einen Drahtzaun verzichten möchte oder kann, sollte darauf achten, dass der Zaun nicht bis auf den Boden reicht oder Löcher zum Durchkriechen hat.
Wer Igeln etwas Gutes tun will, bietet ihnen im Herbst einen Unterschlupf, in dem sie ihren Winterschlaf halten können. Dafür eignen sich ein dichter Laubhaufen oder ein Holzstapel in einer abgelegenen Gartenecke. Bei der Gartenarbeit im Herbst sollten Sie unbedingt auf bereits bestehende Igelnester achten und diese nicht zerstören oder umsetzen. Vorsicht ist auch beim Umgang mit Motorsensen und ähnlichen Geräten geboten, auf Laubsauger sollten Naturfreunde verzichten.

Als Unterschlupf nutzen Igel neben Laub- und Reisighaufen auch Hecken, Hohlräume, Gartenhäuschen, Steinhaufen, Baumstümpfe, dichtes Gebüsch oder Komposthaufen und alte Baumwurzeln. Wer mag, kann zusätzlich ein Igelhäuschen aufstellen. Diese Häuschen kann man entweder selbst bauen oder im Handel kaufen. Von kurzen Unterbrechungen abgesehen, verschlafen Igel die kalte Jahreszeit bis in den März oder April.

Den Tieren ein Winterquartier zur Verfügung zu stellen, ist eine gute Sache. Mehr benötigen sie allerdings nicht. Wurden die Igel vom Menschen den ganzen Winter versorgt und gepflegt, haben sie es im kommenden Frühjahr schwer, sich in einem neuen Revier zurechtzufinden und sich gegen Artgenossen durchzusetzen. Der Igel ist ein Wildtier und sollte in der Natur bleiben.

Nur kranke und verletzte Igel aufnehmen

Der direkte Kontakt mit Menschen bedeutet für Igel puren Stress. Nicht jedes Tier, das auf den ersten Blick hilflos erscheint, braucht wirklich Hilfe. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es sogar verboten, geschützte Arten wie den Igel aus der Natur zu entnehmen. Es ist lediglich erlaubt, kranke und verletzte Tiere sowie verwaiste Jungtiere zeitweilig aufzunehmen, um sie gesund zu pflegen und zu füttern. Wer einen Igel in Obhut nimmt, verpflichtet sich, das Tier zu betreuen, zu versorgen und zu füttern, bis es gesund ist und wieder in die Freiheit entlassen werden kann.

Doch woran erkennt man, dass ein Igel Hilfe benötigt? Wenn Igel ein schütteres Stachelkleid haben, ist es ein Zeichen, dass sie krank sind. Auch wenn die Tiere taumeln oder auf der Seite liegen, brauchen sie Hilfe. Ob ein Tier zu mager ist, können Sie so erkennen: Schauen Sie das Tier von der Seite an. Hat der Igel hinter dem Kopf, da wo eigentlich der Hals ist, eine Nackenfalte, ist er wahrscheinlich geschwächt.

Womit kann ich Igel füttern?

Ab Mitte November schlummern die meisten Igel. Wer nach Wintereinbruch bei geschlossener Schneedecke und Dauerfrost einen Igel findet, kann das Tier aufnehmen. Unterkühlte Igel mit einer in einem Frotteehandtuch umwickelten, lauwarmen Wärmflasche oder unter einer Wärmelampe aufwärmen. Als Futter empfiehlt sich Katzenfutter aus der Dose, gemischt mit Igel-Trockenfutter sowie Eier und gebratenes, nicht gesalzenes Rinderhack.
Igel vertragen keine Milch
Ungeeignet sind Speisereste, Obst und Gemüse. Igel dürfen außerdem keine Milch bekommen. Da sie den Milchzucker nicht vertragen, bekommen sie Durchfall. Zum Trinken reicht Wasser. Frisst der Igel in der Nacht nach der Aufnahme nicht, muss ein Tierarzt aufgesucht werden. Wer einen Igel nicht selbst versorgen möchte, kann sich an eine Igelstation oder das örtliche Tierheim wenden. Wer gar nicht weiterweiß, kann sich auch an die Igel-Hotline des Vereins "Pro Igel" wenden.
Igel wieder an der Fundstelle aussetzen

Wer einen Igel aufgenommen hat, sollte sich die Fundstelle merken. Denn Igel sollten immer nur dort ausgesetzt werden, wo sie gefunden worden sind, da sie feste Reviere haben und sehr standorttreu sind. Eine Ausnahme sind stark befahrene Straßen. Menschen sollten Igel außerdem nicht im Wald aussetzen. Denn dort fehlt oft der Unterbewuchs und die Tiere finden keine Deckung. Die Folge: Sie werden zur leichten Beute für Greifvögel.